Feuerwehr

Feuerwehr

Geschichte

Die Erfindung der Feuerwehr

Feuerwehren gibt es schon seit über 2000 Jahren. Vergleichbar mit den heutigen Feuerwehren sind die alten aber bei weitem nicht.

Als eigentlicher Erfinder der Feuerwehr gilt der römische Kaiser Augustus. Im Jahre 21 vor Christi Geburt mussten freigelassene Sklaven ein erstes Mal ausrücken, um zahlreiche Brände in Rom zu löschen. Die Wasserversorgung in Rom war dank den vielen Aquädukten gar nicht so schlecht, was aber fehlte, waren Hydranten, um das Wasser überall anzapfen zu können. Auch gab es ausser Äxten, Leitern und nassen Decken kaum brauchbares Löschgerät (Ausrüstung).

Die alten Häuser

Früher baute man hauptsächlich mit Holz. Die Fassade bestand aus Schindeln und das Dach aus Stroh.

In den Häusern arbeiteten Bäcker, Schmiede und Glasbläser. Alles Berufe, die heisse Öfen und offenes Feuer brauchen. Viele Brandunfälle passierten in der Nacht, weil dann das Feuer nicht bewacht war. Es brauchte lediglich einen kleinen Windzug, um ein kleines Stückchen Glut aus dem Feuer ins morsche Gebälk zu tragen.

Die Folgen waren verheerend. Das Couvrefeu-Gesetz verlangte, dass die Herdglut in der Nacht durch eine Glocke aus Metall oder Ton abgedeckt werden musste.

Die alten Löschgeräte

Die alten Löschgeräte waren oft sehr einfach und kaum zu gebrauchen. Beliebt waren Eimer aus Leder. Man konnte sie platzsparend aufbewahren.

Das Feuer betrachtete man in vergangener Zeit als eine von Gott gesandte Strafe. Priester lehnten Blitzableiter ab, da sie glaubten, sie würden Gott erzürnen. Dafür warf man zur Bekämpfung des Brandes geweihtes Brot ins Feuer und Feuerreiter umkreisten im wilden Ritt auf ihren Schimmeln den Brandplatz.

Auch glaubte man, dass ins Feuer geworfene gesegnete Holzstückchen oder Papierfetzen das Feuer zu bändigen vermögen.

Die Nachtwächter

Noch bis in die 30er-Jahre des letzten Jahrhunderts gab es in der Schweiz Nachtwächter. Sie hatten zahlreiche Aufgaben. Eine der wichtigsten war, in den Gassen und Strassen umherzulaufen und sofort Alarm zu schlagen, wenn irgendwo ein Feuer ausbrach. Das war ein harter Job. Jede Nacht draussen zu sein, auch im Winter, wenn es schneite und kalt war, das war nicht jedermanns Sache.

Schlugen die Glocken im Kirchturm zehnmal, mussten alle Feuer in den Häusern ausgemacht und der Herd kalt und geschlossen sein. Wenn nicht, gab es saftige Strafen.

Fortschritte im 18. Jahrhundert

Im ausgehenden 18. Jahrhundert geschah etwas Revolutionäres: Der Sauerstoff wurde entdeckt und damit auch das bis anhin noch fehlende Element im Feuerdreieck. Endlich konnte man das Feuer nun methodisch und mit System bekämpfen. Man hatte gelernt, dass man dem Feuer den Sauerstoff entziehen muss, um es zu ersticken.

Im Laufe der Jahre kamen ständig neue Löschtechniken und eine bessere Ausrüstung für die Feuerwehrleute dazu. Im Jahre 1828 kam die erste fahrbare Dampffeuerspritze zum Einsatz. Der Feuerlöscher mit Kohlensäure und die Atemmaske mit Luftfilter wurden 1864 respektive 1870 erfunden.

Einsätze im Kanton
Einsätze im Kanton
Organisation

Milizsystem

Es gibt in der Schweiz Berufsfeuerwehren. Meist aber nur in grossen Städten wie z.B. Zürich, Bern, Basel.

Die allermeisten Feuerwehren sind Milizfeuerwehren. Miliz heisst, dass die Frauen und Männer, die Feuerwehrdienst leisten, in einen ganz normalen Beruf arbeiten und nur im Notfall in die Feuerwehrkleider schlüpfen.

Ortsfeuerwehr

Früher hatte jeder Ort seine eigene Feuerwehr. Heute ist das anders. Um effizienter arbeiten zu können, haben sich viele kleine Feuerwehren zu einer grossen zusammengeschlossen.

Im Aargau gibt es aktuell (2013) 124 Ortsfeuerwehren. Der ganze Kanton aber zählt 216 Gemeinden.

Betriebsfeuerwehr

Grosse Firmen unterhalten ihre eigenen Betriebsfeuerwehren. Die Frauen und Männer einer Betriebsfeuerwehr arbeiten in diesen grossen Firmen in den unterschiedlichsten Berufen. Sie haben aber eine zusätzliche Ausbildung als Feuerwehrfrau, als Feuerwehrmann.

Brennt es, sind sie sofort vor Ort und können rasch mit dem Löschen beginnen. Oft ist ein Brand schon unter Kontrolle, wenn die normale Feuerwehr anrückt.

Notruf- und Einsatzzentrale

Die 118 ist die Nummer, die du dir merken musst. Es ist die Nummer, die dir immer hilft. Rufe aber nur an, wenn es dir ernst ist, wenn du in Gefahr bist, wenn jemand anderes Hilfe braucht oder wenn du etwas Ungewöhnliches beobachtest. Wenn du nicht sicher bist oder Zweifel hast, dann rufe trotzdem an.

Ruf aber nie zum Scherz an! Weil dann wird es teuer.

Alarmieren

Wenn du die Nummer 118 wählst, weil du etwas Schlimmes melden willst, dann bleib cool. So cool wie nur immer möglich. Sag deinen Namen, wo du bist und was geschehen ist. Hör auf die Stimme der Feuerwehr und mach genau, was sie dir sagt. Vor allem aber: Beende nie das Gespräch von dir aus. Die Stimme am Telefon sagt dir genau, was du machen musst und wann du auflegen darfst.

Einige Zahlen

Zahlen für den Kanton Aargau 2015:

Ortsfeuerwehren: 119

Betriebsfeuerwehren: 19

Feuerwehrleute: 11'138 (diese Zahl variiert unter dem Jahr stark wegen der Aus- und Eintritte)

Instruktoren: 77

Frauenanteil: 1'532 (ca. 14%; auch diese Zahl kann aufgrund von Aus- und Eintritten stark variieren)